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… auf den neuen Internetseiten von politik.punkt, dem Forum für hochschulpolitische Debatte.
Unter der Rubrik ‘exklusiv.punkt’ findet ihr ganz frisch die Stellungnahmen der Hochschschulgruppen an der CAU Kiel zum AStA-Koalitionsbruch:
Stellungnahmen der HSGs zum AStA-Koalitionsbruch
Werdet Teil der Diskussion und schreibt mit auf www.politik-punkt.de.
Mit redaktionellen Grüßen,
Katia Backhaus, Felicia Kompio, Daniel Mumme
admin @ 23. Januar 2011
Exklusiv: Stellungnahmen der HSGs zum AStA-Koalitionsbruch
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Stellungnahmen der HSGs zum AStA-Koalitionsbruch
Mit der Aufkündigung der AStA-Koalition durch die Fachschaftsliste sehen wir als (hochschul)politisches Medium vor der Aufgabe, in relativ kurzer Zeit eine möglichst breite Perspektive auf die Ereignisse zu eröffnen. Dazu baten wir alle politischen Hochschulgruppen um ein kurzes Statement zu den Ereignissen. Dieser Aufforderung sind vier der HSGs nachgekommen; ihre exklusiven Stellungnahmen sind hier vollständig und in loser Reihenfolge veröffentlicht. (Stand: 6.1.2011)
Fachschaftsliste
„Die FaLi steht dafür, die Fachschaftsarbeit auf einer höheren hochschulpolitischen Ebene fortzuführen, d.h.: Wir möchten für jeden einzelnen Studenten da sein, jedes einzelne Problem ernst nehmen und eine Lösung finden. Die LAL beweist eine große Kompetenz in den theoretischen Grundlagen. Wir haben geglaubt, dass sich unsere Gruppen damit hervorragend ergänzen. Die alltägliche Arbeit hat jedoch gezeigt, dass wir ein grundsätzlich verschiedenes Verständnis davon haben, was ein AStA leisten kann – und muss! Wir sind von unserem Grundsatz zu sehr abgewichen, haben den Kontakt und das Vertrauen der Studierenden eingebüßt. Die FaLi möchte dringend zu ihrem ursprünglichen Kurs zurück – und das leider ohne die LAL.“
Liberale Hochschulgruppe
„Das Ende der AStA-Koalition kam für uns zwar zeitlich, nicht aber in der Sache selbst überraschend. Nunmehr ist zu Tage getreten, was schon von Anfang an klar war: die ‚unpolitische‘ Hochschulpolitik der FaLi und der Klassenkampf der LAL passen einfach nicht zusammen.
Nach dieser unrühmlich kurzen Legislaturperiode ohne nennenswerte Erfolge ist es an der Zeit, einen stabilen AStA zu bilden, der wieder zum Wohle der Studierendenschaft tätig wird und sich nicht mit der Realisierung einer Utopie verzettelt. Die LHG ist bereit, einen solchen AStA zu unterstützen und daran mitzuarbeiten, das durch die Ereignisse verlorene Vertrauen der Studierenden in die Hochschulpolitik wieder zurückzugewinnen.“
Junge Union (Finn Brüning, Vorsitzender der Jungen Union-HSG)
„Die Junge Union-Hochschulgruppe bedauert die Aufkündigung der AStA-Koalition, sieht sich aber zugleich auch in ihrer Erwartungshaltung bestätigt. Für die Studierenden bedeutet die Aufkündigung vor allem Stillstand im Studentenparlament. Diesen kann sich die CAU im bundesweiten Wettbewerb unter allen Universitäten, aber auch mit dem Ausland, nicht leisten.
Das die FaLi bereit war ein hohes politisches Risiko einzugehen, indem sie die Linke Alternative Liste (LAL) als Koalitionspartner auswählte, war spätestens in der StuPa Sitzung vom 15.11.2010 ersichtlich, als die Koalition es nicht einmal vollbrachte, ihre eigens aufgestellte Kandidatin für den Verwaltungsrat des Studentenwerks mit der eigenen notwendigen Mehrheit zu wählen.
Die Befürchtungen der Jungen Union-Hochschulgruppe haben sich unter dessen bestätigt. Schlechtes Arbeitsklima innerhalb des AStA, verstärkte Demonstrationen gegen unifremde Themen und Ziellosigkeit können die Studierendenschaft leider nicht voran bringen. Eben gerade diese Eigenschaften mussten aber mit der LAL als Koalitionspartner hingenommen werden.
Jetzt gilt es Schadensbegrenzung zu betreiben und nach vorne zu schauen. Ziel muss es sein die verbleibende Wahlperiode für die Studierendenschaft gewinnbringend auszufüllen. Die Junge Union-Hochschulgruppe ist bereit im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Verantwortung für ihre Hochschule zu übernehmen.
Juso HSG
„Der Bruch der AStA-Koalition schadet der Studierendenschaft. Die wichtigste Aufgabe des AStA ist es verlässlicher Ansprechpartner für die Student_innen zu sein. Verlässlichkeit und die Fähigkeit andere Meinungen zu akzeptieren waren aber schon innerhalb des AStA-Personals mehr Schein als Sein. Eine konstruktive Arbeit in den politischen Gremien wurde so nahezu unmöglich.
Bis zuletzt haben wir Jusos in der Sprotte und auf unserem Blog immer wieder auf Versäumnisse hingewiesen und konkrete Handlungsvorschläge, auch als Anträge im StuPa, eingebracht, die allesamt ignoriert wurden.
Wir Jusos stehen für eine andere Hochschulpolitik, sowohl inhaltlich als auch im Umgang mit miteinander und werden weiter für Inhalte kämpfen!“
admin @ 18. Januar 2011
2011…
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… beginnt hochschulpolitisch brisant: Die AStA-Koalition aus FaLi und LAL ist beendet worden, die Zukunft noch unentschieden. Vor allem zwischenmenschliche Aspekte sollen zum Scheitern geführt haben. politik.punkt lässt dazu einen Insider sprechen. Der Bologna-Prozess, der 2010 offiziell beendet wurde, steht ebenfalls an einem ungewissen Punkt. Vitalität, Effizienz und Bildung sollte er vereinen – geht das überhaupt? Im leit.punkt gehen wir dieser Frage nach.
Außerdem gibt es eine neue Rubrik, den stand.punkt. Hier vertritt Sebastian Klauke die Meinung, dass wir alle von Karl Marx lernen können, die gerade überwundene (Wirtschafts-)Krise zu verstehen und daraus zu lernen. Dazu passend diskutieren im streit.punkt zwei Autoren, welche Rolle Marx gerade in der akademischen Ausbildung einnehmen sollte. Eine Auswahl dessen, was in der restlichen (hochschul)politischen Welt abseits der CAU geschieht, haben wir im news.punkt untergebracht. Außerdem wollen wir in unserem splitter.punkt auch auf andere interessante Beiträge und Medien aufmerksam machen.
Warum politik.punkt?
An unserer Uni fehlt ein Medium, das sich konzentriert und ausschließlich mit politischen und vor allem hochschulpolitischen Themen auseinandersetzt. Das ist eine Lücke, die wir ausfüllen wollen.
Um gemeinsam zu kreativen Lösungen, zu kritischer Diskussion und zu einer hochschulpolitischen Zukunft zu gelangen, die unseren Bedürfnissen entspricht, braucht es ein geeignetes Forum. Zum einen ist ein solches in einem Studierendenparlament zu finden, das sich als Ort des kritischen freien Geistes und als kontrollierende Institution zugleich versteht. Ein solches Parlament braucht – wie ein Regierungsparlament auch – als notwendigen Gegenpart eine öffentliche Meinung, um nicht an den allgemeinen Angelegenheiten und Ansichten der Studierendenschaft vorbei zu diskutieren. Nur wenn es eine studentische Öffentlichkeit gibt, die offen, kritisch und engagiert miteinander umgeht, kann auch das Parlament Mitte und Teil der Studierendenschaft sein und sich für deren Probleme einsetzen.
Wir als Studierende stecken in einem Korsett aus politischen Abhängigkeiten und haben nur wenig Entscheidungskompetenz über unsere Situation. Alles, was wir haben, ist die Chance, durch Diskussion eine starke gemeinsame Stimme zu bilden und unsere kommunikative Macht zu nutzen.
Den Anstoß dafür will politik.punkt geben. Mehr Berichte, Interviews und die Möglichkeit, mitzudiskutieren, zu kritisieren und zu kommentieren gibt es online auf unserer Internetseite. Werdet Teil der Diskussion und schreibt mit auf www.politik-punkt.de
Mit redaktionellen Grüßen,
Katia Backhaus, Felicia Kompio, Daniel Mumme
admin @ 18. Januar 2011
Vitalität und Effizienz – seit 1999?
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Vitalität und Effizienz – seit 1999?
2010 ist vorbei, der Bologna-Prozess sollte es auch sein. Offensichtlich aber haben weder die universitären Reformen noch ihre Kritiker in irgendeiner Art und Weise ein Ziel erreicht. Von Katia Backhaus
1999 formulierten die Minister in der Bologna-Erklärung: „Die Vitalität und Effizienz jeder Zivilisation läßt sich an der Attraktivität messen, die ihre Kultur für andere Länder besitzt.“ Dieser Satz passt in das vage Drum-herum-Formulierschema der gesamten Erklärung und bleibt als Ziel auch zunächst unverständlich. Eine Zivilisation mit einer attraktiven Kultur als ein Ziel für den europäischen Hochschulraum? Im Rückblick gelesen aber steckt in diesem Satz schon genau, was jetzt das Anwendungsproblem der Reformidee ist: Vitalität und Effizienz lassen sich schwer vereinen, wenn es um Bildung geht. Und ohne Bildung funktionieren moderne Kultur und Zivilisation nicht.
Effizienz – nur ein Hype?
Effizienz, eine Leistungskategorie, ist die Mutter des Punkte-Bewertungssystems, das unter dem Namen ECTS zur Domina der Hochschulen geworden ist. Sie ist ein Aspekt, der bei Reform-Kritikern unter der Überschrift „Ökonomisierung des Studiums“ zentral gemacht wird. Vitalität hingegen hat mit Lebendigkeit zu tun, mit Kreativität, Flexibilität, neuen Ideen – all dem, was man jungen Menschen, die ein Studium anfangen, gern zuschreibt. Kritiker verbinden das oft mit dem glorifizierten Bild der „Humboldtschen Bildung“. Wird nun die Effizienz zum negativen Hype des Bachelors, ist ihr Einfluss in der Wahrnehmung der Studierenden und Kritiker übertrieben?
Paradigmenwechsel Bologna
Den Bologna-Versuch, Effizienz und Vitalität mithilfe des Leistungspunktesystems zu verbinden, nennt die FAZ einen „Paradigmenwechsel“: „Zum Anspruch der Bologna-Reform gehörte es, die Universitätsausbildung zu beschleunigen. Da war es konsequent, auch den erwarteten Zeitaufwand zu berechnen und das Selbststudium mit Leistungspunkten zu honorieren“. (J. Schaaf, 11.10.2010) Theoretisch klingt das nicht verkehrt. Auch die Stunden in der Bibliothek, die Referatsvorbereitung auf der Zugfahrt, die Diskussion mit Kommilitonen sollten belohnt werden – eine Anerken-
nung für vitales Selbststudium, formuliert in Effizienzkategorien, so könnte man das verstehen.
Studie: Bummelstudenten?
Aber so funktioniert das nicht. Etwa 26 Stunden im Schnitt arbeitet der Durchschnitts-BA-Student in der Woche für sein Studium, das sind die ersten Ergebnisse einer Studie zur Studierbarkeit der BA-Studiengänge unter Leitung des Hamburger Bildungsforschers Prof. Rolf Schulmeister. Der SPIEGEL schrieb dazu: „Ein sattes Viertel der Vielgeplagten mogelt sich mit 20 Stunden und weniger durch die Semester.“ (M. Dworschak, 20.9.2010) In der ZEIT hieß es: „Von wegen Bulimie. Den Bologna-Studenten geht es viel besser als behauptet.“ (J.-M. Wiarda, 7.10.2010) An vier Hochschulen protokollierten 121 Studierende verschiedener natur- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge für die ZEITLast-Studie ein halbes Jahr lang täglich, womit sie ihre Zeit verbrachten – und waren über die Ergebnisse, die bis zu 84% Freizeitanteil ergaben, teilweise schockiert. Trotzdem waren sie in ihrer subjektiven Einschätzung stark gestresst vom Studienalltag.
Zynisch auf das Klischee vom „Bummelstudenten“ zu verweisen (SPIEGEL) und damit zu suggerieren, der als ‚böse‘ abgestempelte Bachelor diene als Faulpelzausrede, klingt mehr nach Verschwörungstheorie und altbekannten Klischees als nach einer sinnvollen Erklärung. Wird der Bachelor vielleicht solange schlecht geredet, bis diese Erwartung selbsterfüllende Prophezeiung wird und Studierende trotz – objektiv betrachtet – wenig Aufwand stressgeplagt leiden?
Super Mario an der Uni
So mancher Erstsemester, der sich bei Infoveranstaltungen meldet, beim AStA nach Rat sucht, oder einfach mal von seinen Eindrücken erzählt, würde am liebsten schon im ersten die kompletten sechs Semester des Studiums vorplanen. Nicht, dass nachher irgendwo Punkte fehlen, weil man den falschen Kurs gewählt hat. Ein bisschen erinnert dies an Super Mario, der nun seine Punkte in der Uni-Realität auf dem Campus sammeln muss.
Nur ist es dieses Mal ernst. Zu ernst? Ist dieser Wunsch, formal auf der sicheren Seite zu sein, eine überzogene Reaktion? Oder ist es genau diese bürokratische Maske, die ECTS-Punkte Matrikelnummern zuordnet und gesichtslos online über ‚bestanden-oder-nicht‘ Auskunft gibt, die den Studierenden den Bachelorstress macht? Die Wettbewerbslogik, die Studierende angeblich möglichst schnell zu einer effizienten Arbeitskraft machen will, ist für viele eben kein Phantom des Bildungsprotestes, sondern knallharte Realität. Sie ist erkennbar, wenn man in Magazine wie ZEIT Campus und abi (herausgegeben von der Bundesagentur für Arbeit) oder den tagesaktuellen Stellenmarkt schaut. „Mehr erreichen. Von Anfang an“, propagieren die einen, ein „Prakti cum laude“ bieten die anderen, „Activate your energy“ fordern die dritten. Hat Bologna in der Anwendung als berufsorientiertes Studium tatsächlich allein die Effizienz zum Dogma gemacht und darüber die Vitalität der Studierenden vergessen? Behindert dieses Dogma am Ende gar die Bildung?
Studium ist anders als früher
Schulmeister meint, dass die Ergebnisse seiner Studie zeigen, dass Bildung, Erkenntnis und Lernen für sich selbst überholt sind: „Gibt‘s nicht mehr. Ist futsch“, glaubt er. Das liege daran, dass Punkte und Noten die Messlatte des Studiums geworden seien. Effizienz zählt. Was jedoch nicht futsch ist, ist die Vitalität. Sie hat sich verlagert, meint Prof. Stefan Aufenanger, Dekan des Erziehungswissenschaftlichen Instituts in Mainz. Dort sitzen, laut ZEITLast-Studie, die am wenigsten arbeitsamen Studierenden. Das Studium sei nicht mehr der Lebensmittelpunkt, sagt Aufenanger, es sei ein Durchgangsstadium geworden, anders als noch vor 20 Jahren. Engagement, Leben neben der Uni, seien heute wichtig.
Vielleicht müsste man darüber nachdenken, wie sich Effizienz und Vitalität neu verbinden lassen. Studium sollte so effizient organisiert werden, dass es Platz lässt für inner- und außeruniversitäre Lebendigkeit und Kreativität. Zu akzeptieren, dass das Studium nicht mehr die Hauptrolle spielt, ist eine bedeutende Herausforderung zum Umdenken für alle, die nicht gerade in den ersten Semestern sind und es kaum anders kennen.
Bachelorkultur: attraktiv?
Aber das Studium kann heute so gestaltet werden, dass es trotzdem eine gute Rolle spielt. Weniger Zeitlücken im Stundenplan, mehr Blockmodule, mehr Anreize für Selbststudium und E-Learning könnten ein Weg dazu sein, schlägt zum Beispiel Schulmeisters Team vor.
Was also hatten die Bologna-Minister im Sinn, als sie ihre Erklärung formulierten? „Die Vitalität und Effizienz jeder Zivilisation läßt sich an der Attraktivität messen, die ihre Kultur für andere Länder besitzt.“ Wenn unsere Kultur attraktiv ist, ist unsere Zivilisation vital und effizient?
Auf den Nenner der Bildung gebracht hieße das: Eine attraktive Bildungspolitik ist der Beweis dafür, dass unsere Gesellschaft zugleich vitales und effizientes Leben und Arbeiten ermöglicht. Aber dann ist die Studienreform, die von einer solch vage formulierten Erklärung ihren Ausgang genommen hat, nicht am Ziel. Der Bachelorkultur mangelt es an Vitalität. Viele Punkte würde man für diese Leistung nicht vergeben.
admin @ 18. Januar 2011
